Helicidae

Einige Vertreter der Schnirkelschnecken:
Bänderschnecke - Feldschnecke - Weinbergschnecke

Bänderschnecke

Es gibt eine Vielzahl von Cepaea Arten, ich möchte hier auf die beiden in
Mitteleuropa verbreitetsten eingehen: Cepaea hortensis (Gartenbänderschnecke)
und Cepaea nemoralis (Hainbänderschnecke).


Cepaea hortensis

Die Gartenbänderschnecke trägt ein Haus mit ca. 2cm Durchmesser und einem
hellen Gehäuseabschluss. Das ist der einzige Unterschied zur
Hainbänderschnecke. Die Farbe des Hauses selber spielt bei der Unterscheidung
keine Rolle.

 
Juli 2005
Gartenbänderschnecke (Cepaea hortensis)

C. hortensis werden bis zu
zehn Jahre alt, jedoch nur in
Gefangenschaft, in der freien
Natur sind sie meist viel früher
Opfer der Sonne, von Vögeln
oder dem Menschen.

Die Gartenbänderschnecke ist in
West- und Mittel-europa weit
verbreitet. Sie lebt öfters (als ihr
Name annehmen lässt) in
Wäldern.
 

 


Cepaea nemoralis
Die Hainbänderschnecke (auch schwarzmündige Schnirkelschnecke) hat einen
dunkeln Gehäuseabschluss, der Durchmesser des Hauses liegt bei ca. 2.5cm.
Sie mögen es eher etwas trockener als die Cepaea hortensis. 

 
Juni 2005
Hainbänderschnecken (Cepaea nemoralis)

Hainbänderschnecken werden
bis zu zehn Jahre alt, jedoch nur
in Gefangenschaft, in der freien
Natur sind sie meist viel früher
Opfer der Sonne, von Vögeln
oder dem Menschen.

Die Hainbänderschnecke lebt in
Südportugal, und Mittelspanien,
bis Südwestungarn und Bosnien,
zwischen Nord-italien und Südschweden.
 

 


Haltung: Im Terrarium sollte eine relative Luftfeuchte von über 55% und eine
Temperatur zwischen 15°C und 25°C herrschen.
Im Sommer kann man Cepaea draussen, (an einem schattigen Platz!) halten. Bei
Temperaturen über 25°C und/oder bei Trockenheit vergraben sich die Schnecken,
oder verschliessen ihre Öffnung mit Schleim, um Trockenruhe zu halten.

Im Winter vergraben sich Schnirkelschnecken und halten Winterruhe. Zwischen
Oktober und März sollten den Schnecken die Option geboten werden Winterruhe zu
halten. Jedoch sollten die Schnecken unter Beobachtung stehen, falls ein Tier nicht
in die Winterruhe geht, dabei erwacht, oder ein Tier krank ist/wird.

 

 

Otala lactea

Die Schwarzmund-Feldschnecke lebt in felsigen Strauchheiden und Steppen.
Vorkommen tut sie  vor allem in Portugal, Spanien, bis nach Marokko
.
Im Englischen nennt man sie "Milk Snail".
Das Gehäuse einer Otala lactea wird ca. 3 cm gross.

September 2006
Otala lactea

Neben dieser Art Otala lactea ist auch Otala punctata
(Spanische Feldschnecke) bekannt.

August 2006
Otala lactea Jungtiere

 

 

Cornu aspersum

Gefleckte Weinbergschnecke leben im Mittelmeergebiet, auf den Britischen Inseln
und in Holland. Sie werden ca. 3,5 cm gross, jede Schnecke braucht eine
Bodenfläche von ca. 85 cm2. Die Temperatur im Terrarium sollte um die 20°C
liegen, und die Luftfeuchte bei ca. 60 - 70%.Es ist möglich Cornu aspersum mit
Helix pomatia und Cepaea-Arten zusammen zu halten.

C. aspersum können, müssen aber nicht überwintern. Am besten versucht man die Tiere auf die Winterruhe vorzubereiten, und sie dabei unter Beobachtung zu haben. Eine verkürzte Winterruhe ist eine gute Lösung für Cornu aspersum.


Juli 2006
Cornu aspersum - sie sollten eher nicht überwintern.


September 2006
Cornu aspersum und Otala lactea.


Cornu aspersum maxima


Die etwas grössere Variante der Cornu aspersum wurde von Menschenhand zum
Zwecke des Verspeisens gezüchtet. Die Tiere wachsen sehr schnell und sind auch
schnell geschlechtsreif. Sie können sich mit Cornu aspersum verpaaren, da sie
derselben Art angehören.


Mai 2007
Cornu aspersum maxima Jungtiere


August 2007
Cornu aspersum maxima mit jungen Helix pomatia

 

 

Weinbergschnecken

Helix pomatia sind die grössten Landschnecken in Mittel- und Südosteuropa, ihr
Gehäuse misst bis zu 60 mm und ist in ausgewachsenem Alter (nach dem 2.
Winterschlaf) fünf Mal gewunden. Ihre Lebenserwartung beträgt in der Natur 5 bis 8
Jahre, in Gefangenschaft kann die Weinbergschnecke bis zu 30 Jahre alt werden!


Februar 2007

Helix pomatia sind Landschnecken (Lungenschnecken) und gehören zu den
Gehäuseschnecken. Sie benötigen viel Feuchtigkeit, ansonsten trocknen sie aus,
deswegen sind sie nur zwischen März und Oktober, meist in der Nacht oder bei
Regen, im Freien zu beobachten. Im Winter halten die wechselwarmen Tiere
Winterschlaf, sie graben sich in die Erde ein und verschliessen das Haus mit einem
Kalkdeckel.

Das Erscheinungsbild einer Weinbergschnecke lässt sich grob in Mantel (Haus)
und Körper unterteilen. Der Körper besteht wiederum aus Kopf und Fuss. Am Kopf
befinden sich vier Fühler mit denen sich die Helix pomatia durch die Gegend tastet.
In den oberen Fühlern befinden sich die Augen, mit welchen aber nur hell und
dunkel, vielleicht noch Kontraste unterschieden werden können. Mit den Fühlern
und zusätzlich der Lippe riechen sie über weitere Distanzen Fressbares. Hören
können Weinbergschnecken nicht, jedoch nehmen sie feinfühlig Schwingungen am
Boden mit ihrem Fuss wahr, sie besitzen also einen guten Tastsinn. Als Fuss
bezeichnet man die ganze Unterseite der Schnecke.
Unter dem Mantel befinden sich die Organe der Weinbergschnecke.


Juli 2006 

Mitte Oktober bis Anfangs Februar gehen die Weinbergschnecken in Winterruhe.
Ich stelle die Bedingungen künstlich her.  In dieser Zeit verkriechen sie sich unter
die Erde und "deckeln" sich zu, das heisst sie verschliessen den Eingang ins Haus
mit einem Kalkdeckel, und "verschlafen" den Winter. Vorher bereiten sie sich auf
diese Winterruhe vor, sollten die Schnecken in der Wohnung im Oktober munter
fressen wie immer, sollte die Temperatur im Terrarium gesenkt werden, und den
Tieren weniger zu essen angeboten werden, bis sie sich in die Erde verkriechen;
mehr dazu siehe oben "Überwinterung".


Mai 2007
Terrarium mit Helix pomatia, Cornu aspersum und Cornu aspersum maxima
 

Rechtliches über Weinbergschnecken

In der Schweiz geniesst die Helix pomatia den Schutz der Naturverordnung des
Bundes, welche in etwa lautet:
Es ist verboten die Tiere mutwillig oder zum Zwecke der Verfütterung oder des Erwerbs
- zu töten oder zum Zwecke der Aneignung zu fangen sowie ihre Eier zu beschädigen, zu zerstören oder wegzunehmen.
- lebend oder tot, einschliesslich der Eier, mitzuführen, zu versenden, feilzuhalten, auszuführen, anderen zu überlassen, zu Erwerben, in Gewahrsam zu nehmen oder bei solchen Handlungen mitzuwirken.


Das Fangen geschützter Tiere zu nachweisbaren, ernsthaften wissenschaftlichen Zwecken sowie Lehrzwecken kann in begrenzter Zahl und beschränkt für ein Gebiet und eine bestimmte Zeit bewilligt werden.
Widerhandlungen gegen diese Verordnung werden von der zuständigen kantonalen Behörden mit Haft oder Busse bis zu 5000.- Fr. bestraft.
Die Bestrafung nach Bundesrecht bei Verletzung eidgenössischer Vorschrift bleibt vorbehalten.

Was rechtlich für die Schweiz gilt, ist auch in Deutschland und Österreich nicht gross anders geregelt. Aber natürlich sind die gesetzlichen Bestimmungen etwas anders formuliert. Im Umgang mit Weinbergschnecken besteht jedoch rechtlich kein Unterschied in den drei deutschsprachigen Ländern. Weinbergschnecken sind in allen deutschsprachigen Ländern geschützte Tiere.